Das Freilichtmuseum an der Glentleiten das größte Museum des Bezirks Oberbayern



Dieses Freilichtmuseum liegt in der malerischen Voralpenlandschaft oberhalb des Kochelsees auf 750 m ü.N.N. 1976 wurde ein erster Teilbereich eröffnet: Inzwischen findet der Besucher auf einer Fläche von über 25 ha etwa 40 Gebäude, Zeugnisse der bäuerlichen und vorindustriellen Vergangenheit Oberbayerns. Jedes Jahr kommt eine neues Gebäude hinzu.

Das "Einzugsgebiet" des oberbayerischen Freilichtmuseums umfaßt den geographischen Raum zwischen den Flüssen Donau, Lech, Salzach und dem Alpenrand. Gezeigt werden Hofanlagen mit allen dazugehörigen Nebengebäude wie z.B. Kornkasten, Backofen oder Flachsbrechhütte, daneben Werkstätten und Mühlen. Einzigartig ist die Wetzsteinmacherei und die Baugruppe der Almwirtschaft, die nur hier, in diesem südlichsten deutschen Freilichtmuseum wieder originalgetreu aufgebaut wurden.

Bevor diese Gebäude allerdings ins Freilichtmuseum gelangen, werden sie ausgiebig erforscht. Dies umfaßt Befragungen der letzten Bewohner, Sicherung von noch vorhandenen Objekten, Auswertung historischer Pläne und Urkunden, archäologische Grabungen und Untersuchungen der Restauratoren.

Das Ergebnis dieser mehrjährigen Arbiet ist ein sorgfältig instandgesetztes Gebäude, das im Museum für eine bestimmte Zeitphase, z.B. 1900 oder 1930, präsentiert wird.

Das Freilichtmuseum zeigt nicht nur Architekturdenkmäler. Mit den historischen Gebäuden sind auch wieder die Gärten von früher entstanden. Wiesen, Felder und Wald des umgebendes Geländes werden wieder in traditioneller Weise bewirtschaftet, wie dies für die nähere Umgebung des Museums (Kochel am See) noch bis in die 50er Jahre unseres Jahrhunderts nachweisbar ist. Dazu gehört auch die Haltung historisches Nutztierrassen.

Ergänzt wird dieses Konzept durch Dauer- und Sonderausstellungen und ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm zwischen April und Oktober.

Adresse: An der Glentleiten 4 82439 Großweil
Telefon: 08851/185-0 bzw. -10 (Kasse)


Verkehrsanbindung:
Bundesbahn bis Murnau oder Kochel, ab Mai jeweils Busanschluß direkt zum Museum (RVO Linie 9611, Murnau - Kochel). Genaue Abfahrtszeiten bitte an den jeweiligen DB-Bahnhöfen erfragen.

Autobahn München-Garmisch, Ausfahrt Murnau/Kochel

Öffnungszeiten:
April bis Anfang November (Allerheiligen)

jeweils täglich, außer montags, von 9 - 18 Uhr

I
n den Ferienmonaten Juli und August sowie an Feiertagen auch montags geöffnet.


Eintrittspreise:

Auf Anfrage.


Führungen:
Bitte Anmeldeformular anfordern


Museeumssaison 12. April bis 2. November



1. Ein neues Haus: Der Bichlhof, ein Mietshaus von 1725

Ende Juli 1997 wurde im Freilichtmuseum ein neues Haus der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Bichlhof, 1508 erbaut und 1725 umgebaut, war in seiner 400jährigen Geschichte nie ein eigenständiges landwirtschaftliches Anwesen. Nachweislich lebten hier "Inwohner", also Mieter, die ihern Lebensunterhalt als Knappen im Eisenerzbau verdienten.

Der Einfirsthof mit Wohnteil und Stall war ein Doppelhaus. Der gemeinsame Flur wurde von beiden Familien gleichzeitig als Küche genutzt. Deshalb stehen hier zwei Herdstellen. Die jeweiligen Wohnungen bestanden nur aus einer Stube und einer Schlafkammer.

Die eine der beiden Haushälften ist im Museum als Wohnung eingerichtet, in der anderen sind Zeugnisse aus der bergmännischen Arbeitswelt zu sehen. Im ehemaligen Wirtschaftsteil werden erstmals auf der Glentleiten Ergebnisse der archäologischen Grabung ausgestellt. Diese Funde berichten vom Alltag der ehemaligen Bewohner.


2. Dauerausstellungen

Vom Korn zum Brot
(Starkerer Stadel, Haus Nr. E 2, Obergeschoß)

Die Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Gegenstände und historischer Abbildungen die wichtigsten Arbeitszusammenhänge und ihre Veränderung durch die Mechanisierung im 20 Jahrhundert. Folgende Kapitel werden behandelt: Dreifelderwirtschaft und Fruchtwechsel, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Hintergründe als Auslöser für Veränderungen in der Landwirtschaft sowie die einzelnen Arbeitsvorgänge im Jahresablauf: Düngen, Pflügen, Eggen, Walzen, Säen, Ackerpflege, Ernte, Hand- und Maschinendreschen, Getreidereinigung und -lagerung, Mahlen und Backen.


Grünlandwirtschaft

(Altenbeurer Hof, Haus Nr.22, Wirtschaftsteil OG)

Grünlandwirtschaft wird heute in den regenreichen voralpinen und alpinen Regionen praktiziert, die aus klimatischen und topographischen Gründen für großflächigen Getreideanbau nicht geeignet sind. Bis ins 19. Jh. erzeugte der bäuerliche Betrieb allerdings die meisten Lebensmittel für seine Eigenversorgung selbst. Dazu gehörte auch das Getreide für Mensch und Tier. Eine verbesserte Infrastruktur im öffentlichen Verkehrswesen (Eisenbahnbau) ab der 2. Hälfte des 19. Jhs. ermöglichte allmählich eine Spezialisierung in der landwirtschaftlichen Produktion. So wurde der Getreideanbau im Alpen- und Voralpenraum aufgegeben bis auf kleine Felder zur Eigenversorgung. Dieser Vorgang des rückläufigen Ackerbaus wird als "Vergrünlandung" bezeichnet und erfaßte den gesamten voralpinen Raum vom Allgau bis ins Berchtesgadener Land. Die Ausstellung zeigt mit Geräten und Fotos aus der Zwischenkriegszeit die wichtigsten Arbeiten im Jahreslauf: Heumahd im Juni, Grummet-Ernte im August sowie ein dritter Schnitt oder die Nachweide durchs Vieh im September, Düngen der Wiesen im Spätherbst und Winter, Transport des Heus von entlegenen Wiesen zum Stall.


Wasser - vom Hausbrunnen zum Wasserhahn
(Weißenbachergütl, Haus Nr.31)

Die Ausstellung zeigt auf zwei Etagen im ehemaligen Wirtschaftsteil die Entwicklung der ländlichen Wasserversorgung von Laufbrunnen und Zisternen über die verschiedenen Pump- und Windenbrunnen bis zum Hochbehälter der Gegenwart. Weitere Kapitel dieser Ausstellung: Das Handwerk des Brunnenbauers, der sich wandelnde Wasserverbrauch und der unterschiedliche Wasserreichtum in Oberbayern.

Weitere Dauerausstellungen befinden sich in der Hammerschmiede (Haus Nr. T7) :
"Hammerschmieden und Eisenverarbeitung in Oberbayern"
sowie gegenüber dem Wagnerhäusl (Haus Nr. 21):

Antriebstechnik und landwirtschaftliche Großgeräte